Patienten leichter verlegen

Der demographische Wandel und das damit steigende Durchschnittsalter von Patienten erhöht auch den Überleitungsaufwand: Es gibt immer mehr Patienten mit pflegerischem oder geriatrischem Versorgungsbedarf.

In Krankenhäusern gibt es hochgradig individuelle Prozesse im Überleitungsbereich. Manchmal übernimmt der Sozialdienst die meisten Pflichten, oft gibt es aber auch andere Strukturen wie Case Management, das pflegerische Entlassmanagement oder Entlasskoordinatoren.

Liegetage vermeiden

Was alle diese Prozesse im Krankenhaus jedoch in der Regel gemeinsam haben, ist die analoge und manuelle Umsetzung. Das führt dazu, dass für bestimmte Überleitungen oft eine Vielzahl an potentiellen Partnern kontaktiert werden muss – mit einem entsprechend hohen Zeitaufwand und den naheliegenden Prozessproblemen. Diese Entwicklungen führen nachweislich zu unnötigen Liegetagen im Krankenhaus, die rein administrativer Natur sind und keine medizinischen Gründe haben.

Analog zu Plattformen in anderen Bereichen, wie zum Beispiel Booking.com in der Hotelbranche, betreibt das Berliner Start-up Recare einen digitalen Marktplatz für Überleitungen in den postakuten Sektor. Krankenhäuser können in der webbasierten Plattform anonyme Versorgungsprofile für Überleitungen anlegen.

Diese werden im nächsten Schritt mit Verfügbarkeiten und Leistungsspektren von lokalen Nachversorgern zusammengeführt. Die Plattform kommuniziert komplett eigenständig mit den jeweiligen Nachversorgern und fragt basierend auf einer statistischen Annahmewahrscheinlichkeit Versorgungsplätze an.

Das Ergebnis ist eine Liste mit passenden Nachversorgern, welche den Patienten zum geplanten Entlassdatum fließend übernehmen können. Innerhalb eines Jahres konnte Recare mehr als 30 Krankenhäuser in Deutschland mit über 3000 Pflegediensten und Pflegeheimen verbinden und wurde zuletzt mit dem Querdenkerpreis der Deutschen Gesellschaft für Medizin ausgezeichnet.

Text von Maximilian Greschke

Quelle: Wohlfahrt Intern, 11/2018 (Ausgabe 11)

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